Bozner Filmtage on tour – Zeit der Kannibalen

zeit_kannibalen_plakatDO, 23. 04. Beginn: 20.30 Uhr

D 2014, Johannes Naber, 93 Min. Mit Sebastian Blomberg, Devid Striesow, Katharina Schüttler u.a.

Öllers und Niederländer haben alles im Griff. Seit sechs Jahren touren die erfolgreichen Unternehmensberater durch die dreckigsten Länder der Welt, um den Profithunger ihrer Kunden zu stillen. Ihr Ziel scheint nah: endlich in den Firmenolymp aufsteigen, endlich Partner werden! Als sie erfahren, dass ihr Teamkollege Hellinger den ersehnten Karriereschritt gemacht hat, liegen die Nerven blank. Denn „up or out“ ist das Prinzip. Dass Hellinger sich bald aus ungeklärten Gründen aus dem Bürofenster stürzt, hilft ihnen auch nicht weiter. Ausgerechnet die junge, ehrgeizige Bianca rückt für ihn nach. Öllers und Niederländer sind genervt, Sarkasmus macht sich breit, Neurosen brechen aus. Der Kampf um das Überleben in der Company geht an die Substanz – die Zeit der Kannibalen bricht an.

 

Bozner Filmtage on tour – Cinema Perverso – Die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofskinos

cinema_perverso_3FR, 24. 04. Beginn: 20.30 Uhr

D 2015, Oliver Schwehm, 60 Min. Dokumentarfilm

Nie wieder trieb das Kino so wilde und bunte Blüten wie auf den Leinwänden der schummrigen Säle der Bahnhofskinos. Für geringen Eintritt boten diese als „Schmuddeltempel” verschrienen Kinos in einer Nonstop-Schleife Filme, die es anderswo nicht zu sehen gab. Denn VHS, DVD oder gar Streaming gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Bahnhofslichtspiele zeigten Filme mit hohem Schauwert und niedrigem Budget, oft in heimischer Produktion gedreht. Damals als Trash und cinematografische Bückware verrufen, genießen die Filme der „Krautploitation” mittlerweile Kultstatus. Die Dokumentation „Cinema Perverso – die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofskinos“ unternimmt eine unterhaltsame und informative Reise in diese terra incognita der deutschen Filmgeschichte.

Das ewige Leben

ewige_leben_plakatSA, 25. 04. Beginn: 18.00 Uhr und 20.30 Uhr

SO, 26. 04. Beginn: 20.30 Uhr

A 2015, Wolfgang Murnberger, 123 Min. Mit Josef Hader, Tobias Moretti, Nora Von Waldstätten, Roland Düringer u.a.

Jetzt wär’s echt schön, wenn eine Zeitlang einmal nichts passieren würde. Der Brenner (Josef Hader, wer sonst) ist nun vollinhaltlich eine gescheiterte Existenz, nur das kleine Haus seiner verstorbenen Mutter im Grazer Nicht-sehr-Nobelbezirk Puntigam ist ihm geblieben, eine erbärmliche Bruchbude ohne Strom, dafür mit undichtem Dach. Also zieht er um, von der Hauptstadt in die Heimatstadt. Leider sind die ziemlich angefault, genau wie sein Dachstuhl. Als Brenner nämlich seinen alten Polizeischulfreund Köck (Roland Düringer), heute als zwielichtiger Altwarenhändler tätig, aufsucht, um sich Geld auszuborgen, steht auf einmal auch der Aschenbrenner (Tobias Moretti) da – auch einer von damals, und immer noch einer von denen: Aschenbrenner ist hier jetzt Chef der Kriminalpolizei. Tja, und wenig später ist der Köck tot, und der Brenner liegt mit einem Kopfschuss im Krankenhaus – weiß aber nicht, was passiert ist. Der Aschenbrenner scheint allerdings was zu wissen. Vor allem wissen sie beide, dass sie früher einmal alle gemeinsam eine riesengroße Dummheit gemacht haben, mit schrecklichen Konsequenzen, die offensichtlich immer noch nicht ausgestanden sind.